HOWTO: Optimierung von Landschaftsfotografien mit Photoshop

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Heute möchte ich kurz zeigen, wie ein Landschaftsfoto mit Photoshop noch mal an Qualität gewinnen kann. Bei meinen Landschafts- oder Tierfotografien finden im Vergleich zu meinen Urbex-Aufnahmen (HOWTO: Urbex HDR erstellen) recht wenige Veränderungen am Foto statt. Ich versuche hier im Vergleich nur das Foto zu optimieren. Viele Fotos müssen dazu nicht einmal Adobe Lightroom verlassen. Dank der Möglichkeiten in der selektiven Bearbeitung in Lightroom und im speziellen in der kommenden Version 4, muss ein Foto weitaus seltener in Photoshop geladen werden. Allerdings gibt es hin und wieder ein Foto, dem der extra Kick fehlt. Und dazu soll dieses Tutorial dienen. Es soll zeigen, welche Optimierungen ich an dem obigen Landschaftsfoto vorgenommen habe und wie ihr vorgehen könnt.

 

Schritt 1: Grundbearbeitung in Lightroom

Dann starten wir also erstmal in Lightroom. Diese Veränderungen habe ich in Lightroom vorgenommen. Das ist übrigens alles was an Bearbeitung in Lightroom stattgefunden hat. Ich habe nur die Belichtung, ein ganz klein wenig Wiederherstellung und Aufhelllicht und die Kontraste mit dem Schwarz-Regler korrigiert. Dazu noch Klarheit und Dynamik. Danach habe ich das Foto mit Cmd+E (PC: Strg + E) in Photoshop geladen. Man kann dies auch über einen „Rechtsklick -> Bearbeiten in“ machen.

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Schritt 2: Bildfehler korrigieren

Als erstes kopiere (Cmd+J/Strg+J) ich mir die Hintergrundebene erstmal, damit ich das Original immer wieder als Referenz bzw. für einen Neuanfang habe. Danach erstelle ich eine leere Ebene auf der ich die Korrekturen vornehme, wie z.B. dunkle Flecken von Schmutz auf dem Sensor entfernen.

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Schritt 3: Dodge and Burn

Als nächstes möchte ich das Bild ausgeglichener erscheinen lassen und die Kontraste für einige Bildteile selektiv steuern. Dazu kann man das Werkzeug Abwedeln und Nachbelichten nutzen (engl. Dodge and Burn). Dazu lege ich mir eine neue Ebene an, die mit 50 % Grau gefüllt wird und den Blendmodi „Weiches Licht“ hat. Diese Ebene soll mir die Möglichkeit haben den Effekt weich einzublenden. Eine weitere Ebene, auch wieder mit 50 % Grau, bekommt den Blendmodi „Ineinanderkopieren“ und dient dazu den Effekt härter auftragen zu können. Jetzt male ich mir mit dem Abwedler bzw. Nachbelichter in den Mitteltönen mit Schwarz und Weiß die Bildteile ein, die ich entweder etwas aufhellen oder aber abdunkeln möchte. Dabei benutze ich je nachdem die Ebene härter oder weicher. Im Fluss z.b. habe ich auf der weicheren Ebene gearbeitet, wohingegen der Himmel und die Berge im Hintergrund auf der härteren Ebene bearbeitet wurde.

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Schritt 4: Einstellungsebene zur Farbkorrektur

Da mir das Grün auf der linken Seite (Gras und Bäume) ein wenig zu leuchtend und unnatürlich erschien, habe ich eine Einstellungsebene für Farbton und Sättigung erstellt. Dazu sollte man wissen, dass das Grün in der Natur eigentlich ein Gelb ist. Versucht man das Grün mit den Grüntönen zu korrigieren tut sich fast gar nichts. Wechselt man in die Gelbtöne und geht mit der Sättigung herunter, kann man einen Erfolg recht schnell erkennen. Da ich nur auf der rechten Seite das Grün korrigieren musste, da es im Rest des Fotos gut aussah, habe ich die Maske invertiert (Cmd + i/Strg + i) und mit einem weißen Pinsel mit recht weichen Kanten die Farbkorrektur an den Stellen wieder eingemalt, wo ich sie benötigt habe.

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Schritt 5: Texturen verstärken

Um die Berge im Hintergrund und den Himmel noch mehr hervorzuheben, habe ich die Ebenen mit Cmd + Alt + Shift + E (PC: Strg + Alt + Shift + E) auf einer neuen Ebene zusammengefasst habe und diese in onOne’s Perfect Effects geladen habe. In Perfect Effects habe ich den Filter Texture Boost ausgewählt, ein wenig die Deckkraft reduziert und das Foto gespeichert. In Photoshop zurück wurde die eben zusammenkopierte Ebene wieder gelöscht, da Perfect Effects eine weitere neue Ebene erstellt hat. Bei dieser Ebene habe ich wieder eine mit schwarz gefüllte Maske angelegt und in der Maske mit einem weißen Pinsel den Effekt wieder auf den Wolken und Bergen eingemalt.

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Schritt 6: Lichtreflexe

Als nächstes habe ich noch ein wenig herumprobiert, wie ich aus diesem immer noch recht gleich ausgelichteten Aufnahme noch ein wenig herausholen kann. Ich habe mich dazu entschieden auf einer neuen Ebene mit dem Gradientwerkzeug und der Einstellung „Weiche Streifen“ einen Gradient im Linearverlauf schräg über das Foto zu ziehen. Dabei habe ich darauf geachtet, dass die hell/dunkel Bereiche in der Richtung der natürlichen Lichtquelle verlaufen. Der Effekt ist natürlich recht stark und man muss ihn in der Deckkraft sehr stark reduzieren. Ich habe es auf dieser Ebene auf 9 % eingestellt und den Blendmodi auf „Hartes Licht“.

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Schritt 6: Vignette

Zu guter Letzt habe ich eine leichte Vignette in Photoshop auf einer neuen Ebene eingefügt. Dies habe ich in Photoshop gemacht, da ich sie gerne ein wenig ungleichmäßig haben wollte um das Hauptaugenmerk auf den Fluss und die Berge im Hintergrund lenken wollte. Im Gras rechts unten und im Himmel wurde es mir dann sogar ein wenig zu dunkel, so dass ich eine Maske erstellt habe und die Deckkraft mit einem schwarzen Pinsel ein bisschen reduziert habe. Insgesamt habe ich die Deckkraft auf 32% reduziert.

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Jetzt muss in Photoshop nur noch gespeichert werden. Damit ist das Foto auch sofort in Lightroom vorhanden und kann dort weiter verarbeitet werden. Ich schärfe meistens in Lightroom, da ich mit der Art und Weise, wie dies in Lightroom gemacht wird sehr gut zurecht komme. Danach kann ich es für die Webseite, meinen Shop oder Flickr usw. über meine Export-Plugins und Voreinstellungen exportieren.

Jetzt habt ihr meinen Workflow kennengelernt und ich hoffe, dass ihr es Interessant und auch Hilfreich gefunden habt. Wenn ihr noch Fragen oder einen Verbesserungsvorschlag habt, würde ich mich wie immer über einen Kommentar hier im Blog freuen.

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